CBB Previews 15/16, College

Die besten Rückkehrer – Bigs

CBB Preview 2015/16

Nachdem wir bereits die Playmaker und Wings mit dem größten NBA-Potential vorgestellt hatten, wird die Riege der Rückkehrer nun mit den Bigmen abgerundet. Große Chancen werden dabei vor allem den internationalen Rückkehren ausgerechnete. Allen voran der Österreicher Jakob Pöltl der in der Vorsaison eine der größten positiven Überraschungen war. 

Jakob Pöltl (Utah Utes)

Schon im letzten Jahr hätte Jakob Pöltl in der Lottery gezogen werden können. Seine Werte – gerade was die Quoten aus dem Zweipunkte-bereich (68,4%) angeht – lassen sich durchaus mit den großen Namen des 2015er Jahrgangsvergleichen. Natürlich gilt es jetzt nach dem Abgang von Delon Wright erstmal genau diese Werte auch als erste Option bei den Utes zu bestätigen. Neben diesen guten Shooting-Stats, kann Pöltl vor allem in der Defensive eine gute Rolle spielen. Dabei ist er nicht nur als Lowpostverteidiger zu gebrauchen, sondern verteidigt auch das Pick’n’Roll sehr gut. Zusätzlich dazu wird sein Verteidigungspaket durch eine gute Weakside-Rimprotection abgerundet.

Auch wenn es ihm noch an Kraft mangelt, ist er technisch ein sehr guter Rebounder. Legt er weiter an Maße zu, könnte er diese Fähigkeit zu einem Elite-Skill entwickeln. Vor riesige Probleme könnte ihn allerdings sein schwaches Shooting stellen. Nicht nur weil es sein Range verkleinert und ihn somit zu einem sehr einseitigen Offensivspieler macht, sondern vielmehr auch weil durch seine FT% von gerade einmal 43,3% immer die Gefahr des “Hack-a-Pöltl” bestehen wird. Trotz der guten Verteidiungs- und Reboundtools könnte dieser schwache Wurf ihm früher oder später Probleme bereiten. Um seinen Draftstock zu halten, muss Pöltl also dringend offensiv abliefern! 

Domantas Sabonis (Gonzaga Bulldogs)

Der Sohn von Euro-Legende Arvydas Sabonis weiß neben seinem überragenden Riecher für Rebounds vor allem durch sein vielseitiges Postgame und hochprozentigen Quoten zu überzeugen. Da seine Spielanteile in diesem Jahr weiter steigen dürften, sollten zur Erhöhung seiner Rebound- und Punkteausbeute führen, denn bereits in der abgelaufenen Spielzeit legte er Teambestwerte bei der RB% (19,1%) und dem TS% (67,5%) auf. Dennoch wird es für Sabonis nicht reichen, die erste Scoring-Option vor Senior Kyle Wiltjer zu werden.

Im Hinblick auf seinen Wert für ein NBA-Team, hat Sabonis zwei große Probleme. Zum einen bereitete sein Distanzwurf gegnerischen Verteidigung in der Vergangenheit bisher nur wenige Probleme. Zum anderen lässt auch seine Rimprotection noch zu wünschen übrig. So konnte der Bigman der Bulldogs in der Saison 2014/2015 insgesamt nur 12 Würfe blocken und auch der Eyetest zeigt, dass hier dringender Verbesserungsbedarf besteht. Auch bei der U-18 Europameisterschaft deuteten sich hier die größten Probleme an. Gerade im Profibereich wird es wichtig sein, wenigstens einen der beiden Skills zu entwickeln. Denn um auch in der NBA eine Rolle zu spielen, sollte er entweder Spacing oder eben Rimprotection mitbringen, um für sein Team eine gute Rolle ausfüllen zu können. 

Damian Jones (Vanderbilt Commodores)

Mal wieder bringen die Wildcats aus Kentucky und die LSU Tigers eine Menge Talent in die SEC. Trotzdem ist der Top-Kandidat auf den Confernce Player of the Year Damian Jones. Mit gerade einmal 20 Jahren geht er bereits in seine Junior-Saison und bringt so einen guten Mix aus Erfahrung und Jugend mit sich. Nur auf seinen tollen Frame geschaut, wirkt er dabei jetzt schon wie ein NBA-Spieler. So bringt er bei einer Länge von  7´0″ stattliche 245 lbs. auf die Waage und verfügt zusätzlich über eine gute Sprungkraft.

Diese körperlichen Vorteile gepaart mit guten Mobilität in der Verteidigung machen ihn potentiell sehr guten Verteidiger, dem allerdings noch fehldende Fundermentals und eine ausbaufähige Spielintelligenz im Weg stehen. Vor allem beim Ringbeschützen sollte er sich mit seinen Gardemassen aber deutlich verbessern können. Auch beim defensiven Rebounding zeigt sich dieser Mangel an Spielintelligenz. Oft versucht Jones unerreichbare Würfe zu blocken, anstatt sich aufs Ausboxen zu fokussieren. Sein offensiver Output kommt vor allem aus dem Lowpost, wobei durchaus auch Ansätze eines Faceup-Spiels zu erkennen sind. Insgesamt ist seine Spielweise in der Offensive allerdings noch zu wenig ausgeprägt. Sollte Damian Jones sich in dieser Saison aber weiter verbessert zeigen, könnte er ein interessanter High-Risk/High-Reward Draft-Pick werden. Es liegt allerdings noch ein großer Schritt vor ihm, um auch im Profibereich mithalten zu können. Das Potential ist aber vorhanden.  

Watchlist: Brice Johnson (North Carolina Tar Heels), Marcus Lee (Kentucky Wildcats),  Josh Scott (Colorado Buffaloes), Amida Brimah (Connecticut Huskies).

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