All Eyes On, Phoenix Hagen

All Eyes on: Niklas Geske

Spiele des deutschen Talents in der Retrospektive

Niklas Geske

Geboren am 13.04.1994 in Dortmund
Größe: 1.84 m
Gewicht: 73 kg
Position: Point Guard
Verein: Phoenix Hagen
Im Verein seit 2012

Offseason-Eintrag: Die Big Bang Theory

„It all starts with a big bang!“ Im Fall von Niklas Geske am 17. Januar 2015: Phoenix Hagen ist mit drei Siegen im Rücken bei damals noch ambitionierten Bayreuthern zu Gast. Beim Stand von 73:73 und keinen fünf Sekunden mehr auf der Uhr wird der Gamewinner-Versuch von Je’Kel Foster geblockt, sodass die Hagener nochmals in Ballbesitz gelangen. Keith Ramseys Outlet-Pass landet genau in den Händen von Niklas Geske, der mit dem Ertönen des Buzzers von der Mittellinie abdrückt – SWISH! Ein unbekannter, deutscher Aufbauspieler, der die Westfalen da zufällig zum Sieg wirft? Nicht ganz…

Es ist wohl das erste Mal, dass die Liga auf den jungen Point Guard aus Hagen aufmerksam wird. Geske spielt gerade seine zweite Saison im Profibasketball und muss sich unter Headcoach Ingo Freyer seine Minuten erkämpfen. In der Spielzeit 2013/14 waren es insgesamt gerade 149 Minuten, letzte Saison bekam er ganze 557 Minuten Einsatzzeit. In den letzten drei Partien waren es gar über 29 Minuten im Schnitt. Dieses Vertrauen zahlte er zuletzt auch mit guten Leistungen zurück: Gegen den Mitteldeutschen BC gelangen Geske in 28 Minuten sein neues Career-High von 17 Zählern, vier Steals und drei Rebounds.

Ein weiteres Indiz dafür, dass der 21-Jährige endlich seine Rolle bei den Feuervögeln gefunden hat. Dies gestaltete sich nicht so einfach. Freyer verteilte die Minuten am Anfang der Saison fast ausschließlich unter den Amerikanern, sodass zwischenzeitlich gleich drei Hagener unter den Top10 bei „Minuten pro Spiel“ standen. Doch Verletzungen (Ramsey, Urule Igbavboa) und schwache Leistungen (Zamal Nixon) zwangen Freyer dazu, mehr auf seine deutschen Youngsters zu setzen. Insbesondere Geske und Fabian Bleck stachen dort heraus. Ersterer sicherte sich im Verlaufe der Saison sogar einen Platz in der Starting Five.

Was macht den jungen Einser nun so besonders, dass Ingo Freyer ihn vor Zamal Nixon oder Todd Brown spielen ließ? Eine Analyse.

Offense

Zuerst muss die Spielweise von Phoenix Hagen betrachtet werden. Mit einer Pace von 77,1 spielten sie den mit Abstand schnellsten Basketball in der Beko Basketball Bundesliga. Spieler wie David Bell, Larry Gordon oder Keith Ramsey sind wie gemacht dafür, weil sie allesamt für ihre Positionen leicht undersized sind, aber dafür eine enorme Geschwindigkeit besitzen. Somit hatten die US-Amerikaner bei Freyer schon immer eine sehr große Freiheit in der Offense und es gab keine festen Optionen, wer wann die Würfe nimmt.

Geske zählt eher zu den ruhigeren Spielern mit klarer Spielanlage. Auch wenn Bell in der vergangenen Spielzeit noch häufig als Ballhandler agiert hat, so rückt der erfahrene 33-Jährige ganz klar auf die Off-Ball-Position, wenn Niklas Geske das Parkett betritt. Der junge Deutsche soll den Ballvortrag übernehmen und auch die Set Plays laufen. Mit Geske als Point Guard kommt Hagen häufiger über das Set Play, als wenn Bell den Spalding in den Händen hält.

Ansonsten zeigt der gebürtige Dortmunder solide Ballhandling-Skills, die es ihm ermöglichen, auch gegen größeren Druck den Ball nach vorne zu bringen. Zusätzlich kann man ihm einen reifen Basketballverstand attestieren, wenn es um die Koordination beim Laufen von Plays geht. Es wird immer wieder deutlich, dass Geske gerne über das Pick&Roll – ohnehin fester Bestandteil der Hagener Offense – kommt. Manchmal überdreht er dabei und versucht seinen abrollenden Big Man unbedingt mit einem Pass zu finden. Dies wird in der Beko BBL mittlerweile sehr gut gelesen, was bei Geske häufiger Turnover zur Folge hatte. Hier muss er sich zutrauen auch weiter zu kreieren, wenn nicht jedes Mal die erste Option offen ist.

Das Problem ist wohl sein Mitteldistanzwurf, der bei Geske alles andere als sicher fällt und besonders aus dem Flow der Offense selten genutzt wird. Hier würde eine Entwicklung stark weiterhelfen, weil sich so auch aus dem Pick&Roll deutlich mehr Optionen ergeben würden. Zurzeit bleibt lediglich der Pass zum Big oder der Zug zum Korb. Mit diesem Arsenal ist er noch zu berechenbar für eine Playoff-Defense in der Basketball-Bundesliga. Des Weiteren fehlt ihm die Atheltik, um beim Drive immer mit der letzten Konsequenz abschließen zu können. Es muss festgehalten werden, dass er sich in dem Bereich schon verbessert hat und letztes Jahr auch mit Kontakt immer wieder den Abschluss gesucht hat. Allerdings besteht bei Geske auch sehr häufig die Gefahr, dass er von einem Großen unter dem Korb abgeräumt wird. Mit 1,84m zählt er zu den kleineren Spielern dieser Liga, zudem fehlt ihm die nötige Sprungkraft, um die fehlende Größe auszugleichen.

So muss sich der 21-Jährige weitere Moves für den Abschluss in Korbnähe aneignen. Ein sicherer Floater, wie ihn Tony Parker in Perfektion spielt, würde Geske einige Punkte mehr auf dem Konto bescheren. Hierfür muss er wohl insgesamt an seinem Handgelenk arbeiten. Sein Wurf ist definitiv noch in der Entwicklung und so trifft er auch aus der Entfernung noch nicht mit Konstanz. Dabei wird dies wohl immer mehr von ihm gefordert werden. Trotz steigender Minutenzahl wird er nicht zu den ersten Angriffsoptionen bei Phoenix zählen und so bleibt ihm häufig die Rolle des Spot-Up-Shooters. So werden immer mehr solcher Situationen auf ihn zukommen, wo er eine Verbesserung seines Wurfs zeigen muss, um für Hagen eine wichtige Rolle spielen zu können:

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

Außerdem lässt sich auch an seiner Shotchart (siehe Seite ) ablesen, dass er bei Würfen von „beyond the arc“ eine deutlich bessere Trefferquote von der rechten Seite des Courts hat. Auch seine Schwächen beim Abschluss in direkter Korbnähe offenbaren sich hier. Nur rund 40 Prozent seiner Korbleger/Floater-Versuche finden den Weg durch die Reuse – ein schwacher Wert. Es bleibt aber zu hoffen, dass Geske trotzdem nicht den Weg zum Korb scheut und immer wieder mit viel Selbstvertrauen zum selbigen zieht. Wenn er seine Körperbalance hält und an verschiedensten Moves arbeitet, kann diese Quote schnell steigen. In der Offense von Freyer wird er genug Möglichkeiten bekommen, um sich zu zeigen und seine Verbesserungen aus dem Sommer zu präsentieren.

Defense

 Um sich erfolgreich in die Teamdefense der Westfalen einzureihen, braucht es vor allem Schnelligkeit und Kampfgeist. Freyer probiert viel in der Verteidigung, um den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. So war es gerade gegen Ende der Saison immer häufiger zu sehen, dass die Feuervögel versuchten Fallen zu stellen und den Ballführenden direkt hinter der Mittellinie mit zwei Verteidigern zu attackieren. Geske zählte meist zu den aktivsten Defendern der Hagener. Nicht selten half er beim Doppeln, sprintete zurück zu seinem Gegenspieler und spielte dann noch Help-Defense. Geske bringt für einen starken Verteidiger sicherlich auch nicht die besten Attribute mit, aber sein enormer Aufwand lässt diese Nachteile verschwinden.

Auch er hat bereits schnelle Hände und den Instinkt für Passwege gezeigt, woraus dann meist in zwei einfache Punkte für die Hagener resultierten. Auch in der Halbfeldpresse oder wenn er den Ballhandler unter Druck setzten sollte, machte er einen guten Job.

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

(www.telekombasketball.de, HAG-MBC)

Auch wenn Geske schon Verbessrungen zeigte, wenn es darum ging den gegnerischen Point Guard beim Drive vor sich zu halten, offenbart er hier noch einige Schwächen. Dies hängt auch mit seinem größten Problem in der Defense zusammen: den Fouls. Geske ist extrem schnell mit vielen Fouls belastet, was seine Einsatzzeit nochmals einschränkte. Kein anderer Nicht-Big-Man kassierte in solch kurzer Einsatzzeit mehr Fouls pro Spiel (2,9 FPG, 16:53 Mins). Hier muss er lernen sich auch anders zu helfen und nicht unnötig seine Arme einzusetzen.

Ansonsten kann Coach Freyer nur hoffen, dass Geske die Aggressivität aus der letzten Spielzeit beibehält und wieder auf das Parkett bringt. So kann er auch den Hagener Topscorer David Bell defensiv entlasten, womit die Aufgabenbereiche zwischen den beiden noch klarer verteilt wären.

Fazit

Niklas Geske wird einer der interessantesten deutschen Spieler der kommenden Beko BBL-Saison werden. Zum einen, weil er auch bei seinen Auftritten mit der A2-Nationalmannschaft gezeigt hat, dass er ein gestandener BBL-Profi werden kann und zum anderen weil er in diesem Sommer eben nur ein Ein-Jahresvertrag an der Volme unterzeichnet hat. Es bleibt also viel Raum für Spekulation, sollte der Dortmunder auch in der kommenden Spielzeit seine Minuten und Leistungen steigern. Es wird dann davon auszugehen sein, dass einige Playoff-Teams die Fühler nach dem 21-Jährigen ausstrecken.

In diesem Wissen ist der Ein-Jahresvertrag für Geske natürlich clever. Er hat jetzt lediglich den Druck, diese Leistungen auch bestätigen zu müssen, um ein Thema bei anderen Teams zu werden. Die Voraussetzungen dafür sollten stimmten, weil Freyer ihm immer mehr Vertrauen schenkte und Geske, im Gegensatz zu seinem direkten Konkurrenten Brandon Jefferson, die Abläufe und insbesondere die Schnelligkeit des Hagener Spiels bereits gut kennt. Wenn er dann in seiner Einsatzzeit auch noch anfängt seine Würfe zu treffen und mit mehr Courage zum Korb zieht, kann er sich auch wieder ernsthaft für die Starting Five anbieten. Ob dies gelingt und welche Entwicklung Niklas Geske in seinem „Contract-Year“ nimmt, könnt ihr zukünftig in unserer Serie „All Eyes On“ lesen, bei der wir ihn und vier weitere junge deutsche Talente durch die Spielzeit 2015/16 begleiten.

Eintrag: 23. Oktober 2015, Spiele 1-3. 

Dies ist der erste Eintrag zu unser “All Eyes On”-Serie in der neuen Spielzeit. Beginnen wollen wir mit Aufbauspieler-Talent Niklas Geske. Wie unser Autor Enes Cakmak den A2-Nationalspieler und Hagener Point Guard beschrieben hatte, lest ihr hier. Im ersten Eintrag ins Logbuch findet ihr nun einen Überblick über die Leistungen des Aufbauspielers in den ersten drei Partien der Saison sowie Play-by-Play Statistiken, welche wir nach und nach aktualisieren werden. 

Während seine Mannschaft nach zwei Siegen und ebenso vielen Niederlagen bei einer ausgeglichenen Bilanz im Tabellenmittelfeld zu finden ist, kommt der 73 kg schwere Geske zu knapp 17 Minuten pro Spiel auf dem Feld sowie 6,5 Punkte, 2 Vorlagen pro Partie bei einem Ballverluste (Stand: Freitag, 23.10.2015).

Bereits im ersten Spiel traf er mit seiner Mannschaft aus dem Ruhrpott auf den Mitteldeutschen Basketballclub, die – ähnlich wie Hagen – Vertrauen einen deutschen Aufbauspieler stecken, hier Robert Zinn. Wie für einen ersten Spieltag zu erwarten, griffen bei beiden Mannschaften einige Mechanismen noch nicht. Dabei konnten die Hagener besonders Chris Otule nicht stoppen. 

Vor der Saison hatte unser Autor, Enes Cakmak, die noch verbesserungsfähigen Passqualitäten Geskes angesprochen. Geht es darum, schnelle Entscheidungen zu treffen, zeigte nicht zuletzt das Spiel gegen die Ulmer einige Schwachpunkte in seinem Spiel. Besonders in Fastbreak Situationen, wo eine schnelle Entscheidung zu Gunsten von schnellen Punkten erforderlich ist, leistete er sich ein paar Fehler.

Drei ausgewählte Szenen aus dem Spiel gegen die Ulmer Spatzen: 
In der ersten treibt Geske den Ball aus der eigenen Hälfte mit hohem Tempo in die gegnerische Hälfte. Zwischen Dreierlinie und Mittellinie will er den Pass an einen Mitspieler anbringen, nimmt den Ball auf, findet jedoch nicht auf Anhieb den offenen Passweg. Das Tempo ist verflogen, die Fastbreak Optionen genommen. Zwar findet er eine Sekunde später den mitgelaufenen Mitspieler auf der Weakside an der Dreipunktelinie, der jedoch den Angriff abbricht und seine Mannschaft neu sortiert. 

Die zweite Szene ähnelt der ersten. Hier findet Geske jedoch auf Anhieb den freien David Bell, spielt diesem den Pass jedoch so tief zu, dass Bell, als er den Ball auf Rumpfhöhe hält, bereits von einem Ulmer gedeckt ist. 

Dritte Szene: Der Outlet Pass geht auf den A2-Nationalspieler, der nun im Fastbreak drei gegen eins (DeAndre Kane) spielt.  Der Pass von Geske aus auf den Flügel erfolgt aber just in dem Moment, als Kane mit seinen Armen ohne größte Anstrengungen in den Passweg greifen und den Pass abfangen kann. Turnover! 

Es ist Ingo Freyer hoch anzurechnen, dass Geske sich im Hagener Umfeld trotz seines jungen Alters in Ruhe entwickeln und auch Fehler machen darf, ohne mit der direkten Auswechslung rechnen zu müssen. Denn auf der anderen Seite der Münze ist Geske für sein Alter extrem weit. Die beschriebenen Fehler sind meist ein Ausdruck von mangelnder Erfahrung, welche er durch seine Rolle in der Teamrotation und dem Vertrauen jedoch mit der Zeit einholen wird. Er weiß um seine Stärken und setzt diese meist auch in den genau richtigen Situationen ein. 

Er erkennt offene Wege zum Korb und  nutzt diese mutig aus.

Hier erkennt er, dass Chris Otule durch ein geplantes Pick&Roll aus der Zone gezogen wird. Zinn ermöglicht ihm durch sein Stellungsspiel den Zug zur Baseline. Mit seiner Schnelligkeit schlägt er seinen Gegenspieler im ersten Schritt, zieht zum Korb und setzt zum Korbleger an. Zwar kann er nicht erfolgreich abschließen, dennoch illustriert diese Szene, wie Geske gewisse Situationen bereits jetzt gut lesen kann und Entscheidungen trifft. Kommt er in Pick&Roll Situationen oder beim Attackieren des Closeouts dazu seinen ersten schnellen Schritt zu nutzen, kann er beim Zug zum Korb seine Vorteile ausspielen. 2014/2015 nahm er 46% seiner Würfe in der Zone, 40 Prozent davon fanden den Weg durch die Reuse.
Dabei ruft Freyer gelegentlich ein auf Geskes Fähigkeiten zugeschnittenes Setplay auf, welches nicht nur in Hagen öfter gelaufen wird. Das Schlüsselelement liegt darin, dass Geske sich vom Perimeter unter den Korb bewegt, blitzschnell auf der Korb-Korb-Achse gen Dreipunktelinie sprintet, mit dem ersten Big-Men einen Handoff läuft, der direkt in ein Pick&Roll übergeht. Dieses Element ist teil vieler Systeme in der BBL, das fast alle in einer ähnlichen Form laufen. In Hagen ist es das Play von Niklas Geske. Nachdem der Ball über einige Stationen am Perimeter gewandert ist, geht es in den Handoff und Pick&roll. Häufig erwischt er dabei die Gegnerische Verteidigung in einer nicht optimalen Position und kann in einem möglichst spitzen Winkel zum Korb ziehen. 

Besonders im Spiel gegen ratiopharm Ulm, die in der Hagener Early Offense sehr schnell und ohne Bedrängnis  “switchten”, sah sich Geske großzügiger verbleibender Zeit den Ulmer Big-Men im Mismatch gegenüber. Den Dreier erwägt er dabei auch in anderen Spielen nie als wirkliche Option. Keine der Situationen, in denen Geske selbst attackierte, ließ dabei einen Einsatz seiner Geschwindigkeit gen Korb vermissen. Dabei erscheint der eigene Leger am Ring nur als eine weniger gewichtete Option, vielmehr versuchte er durch seine Penetration, anderen Mitspieler in aussichtsreiche Lagen zu bringen. Mit Blick auf die Differenzierung seiner verteilten Assists zeigt sich, dass vier der sechs entweder durch Layups oder Dunks in der Zone entstanden.

Daneben versuchte er sich einige Male an einem Jumpshot aus der Mitteldistanz, konnte jedoch keinen seiner vier Würfe im Korb unterbringen. In der Zone hingegen verwandelte er sechs seiner zwölf Würfe. 

Geskes Schnelligkeit kommt ihm auch in den lateralen Defensiv-Bewegungen zugute. Mit nur 73kg bringt Geske noch keinen fertigen BBL-Körper auf die Wage, schafft es durch Spielintelligenz und Schnelligkeit dennoch seinen Gegner weitestgehend vor sich zu halten. Häufig verteidigt er aber auch die Spieler des Gegners, die sich nicht stark oder dominierend am Offensivstem beteiligen, beispielhaft der Schütze in der Weakside Corner. Er stellt gut die Passwege zu, hält sich meist auch an die Rotationen, und forciert in einer aggressiven Hagener Defense Ballverluste oder ein Abbrechen des Setplays. 

Mit dem wohl momentan besten deutschen Spieler auf der Aufbauposition Per Günther – der ähnlich wie Geske selbst gerne aus dem Pick&Roll attackiert – hatte Geske jedoch einige Schwierigkeiten. Hagen verteidigte das Pick&Roll mit Geske als Ballverteidiger mit einem “go under”, lies, er wählt den Weg unterhalb des Screens. Der Nachteil des “go under” liegt auch darin, im abrollenden Spieler hängen zu bleiben, also ein Moving Screen, der jedoch nicht gepfiffen wird. Mehrmals verhedderte sich auch Geske im abrollenden Block, sein Gegenspieler schlug jedoch kein Kapital daraus. 

Der “Messi des deutschen Basketballs”, um Philip Zwiener zu zitieren, behagte dem Hagener nicht, der ihm mit seiner Schnelligkeit aber auch dem guten Wurf aus der Distanz beim Blocken&Abrollen in eine schwere Lage zwischen Wurf oder Penetration wegnehmen und eben das andere zulassen zu müssen. Mit seiner Erfahrung und einer ähnlichen athletischen Struktur wie Geske zog Günther gegen ihn einige Male zum Korb und beendete das Spiel als Topscorer mit 25 Punkten.  Offensichtlich sind stets zwei Verteidiger in ein Blocken&Abrollen involviert und Geske ist nicht alleine die Schuld zuzuschieben, doch zu häufig konnte Günther in den Millisekunden nach dem “Screen-moment” einige Meter Vorsprung gewinnen. 

Die drei Spiele in Zahlen:

Wurfauswahl: 

WurfauswahlVersucheVerwandeltFG%Assist%
2-Punkte-Layup12650%8,3%
2-Punkte Jumpshot400% (2x blocked) 
3-Punkte Jumpshot2150%50%

Vorlagen:

Assists 2P Jumpshots2P Layup2P Dunk3P Jumpshots
60312

Turnover und gezogene Fouls:

Geske zog in den ersten drei Spielen insgesamt sieben Fouls, anhand der vorliegenden Statistiken, lässt sich der exakte Ort jedoch nicht bestimmen.
Hinzu kommen fünf Ballverluste, wobei sich drei davon BP und einer OB zuordnen lässt. 

Die Statistiken werden in den kommenden Wochen auf dem aktuellen Stand gehalten.

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