Keys to the series, NBA, Oklahoma City Thunder, Playoffs 2014, San Antonio Spurs

Keys to the series: San Antonio (1) vs. Oklahoma City (2)

Western Conference Finals

Nach nicht wenigen Überraschungen in der ersten Runde der Playoffs stehen nun trotz allem Conference Finals Matchups fest, die wohl bereits vor der Saison viele von uns vorhergesagt hätten. Im Westen kommt es zum Duell der San Antonio Spurs gegen die Oklahoma City Thunder. Doch vorher unsere “Keys to the series” zu Spurs vs. Thunder.

Wie kann San Antonio die Serie erfolgreich gestalten?

Artur Kowis:  Die Thunder verteidigten in der Regular Season-Serie solide und erlaubten den Texanern in nur einer Partie über ihr Saisondurchschnitts-ORTG zu kommen. Als Mannschaft, die in der Regular Season ISO-Situationen am besten verteidigte (nur 0,79 PPP bei 35,6% FG% – die ineffizienteste Option gegen die Thunder) waren sie gegen die Spurs nicht nur untypisch schwach, sondern geradezu horrend: Die quirligen Guards, allen voran natürlich Parker, streuten 1,34 Punkte pro ISO-Situation bei einer FG% von 70% ein – die effizienteste Option der Spurs in der Regular-Season Serie. Der Ausfalls Serge Ibakas als bester Help-Verteidiger über die gesamte Serie ist eine Hiobsbotschaft gegen die Spurs. Diese sind bekanntlich keine Fans von ISOs und haben diese trotz der guten Ergebnisse eher selten gegen die Thunder eingesetzt. Dazu kommt, dass Parker aufgrund der Oberschenkelprobleme etwas außer Tritt sein kann. Die Spurs haben dennoch genügend Ballhandler, um den offensiven Druck auf den Backcourt der Thunder auszuüben. Werden die Thunder bei gegnerischen Drives als Verbund gezwungen, aufgrund von Ibakas Fehlen stärker in die Mitte zu ziehen, sollten sich bessere Möglichkeiten im Spot-Up, nach Screens und Cuts für die Spurs ergeben.

Jan Karon: Um diese Serie zu gewinnen, sollten die San Antonio Spurs ihre Vorteile im Frontcourt ausspielen. Das Motto lautet: Go Big, Greg! Nachdem Ibakas Ausfall die Thunder in eine Underdog-Rolle versetzt, wäre es verlockend, die eigenen Line-Ups an OKC anzupassen. Ich denke, dass genau das Gegenteil der Fall sein sollte. Die Spurs sollten die Serie diktieren, den Frontcourt verstärkt mit Bällen füttern und Small Ball-LineUps mit Leonard auf der 4 vermeiden. Warum? Die vier besten Vier-Mann-Kombinationen San Antonios in dieser Postseason kommen mit Tiago Splitter zu Stande. Spielt er mit Leonard, Parker und Duncan zusammen, erzielen die Spurs 13 Punkte pro 100 Possessions mehr als ihr Gegner. Dieser Vorteil wird gar noch größer, wenn er mit Ginobili, Duncan und Parker (+24) und Ginobili, Duncan und Leonard (+30) auf dem Platz steht. Spielen die Spurs die Small Ball-Variante mit Diaw an seiner Stelle übrigens, sinken jegliche Netrankings drastisch.

Fabian Thewes: Die Spurs sollten permanent aggressiv die Zone der Thunder attackieren und dann gegebenenfalls in Spurs-typischer Manier die freien Schützen am Perimeter finden. Hier kommt natürlich Tony Parker eine Schlüsselrolle zu, wobei abzuwarten ist, inwiefern er in der Lage ist trotz Blessur so viel Druck auszuüben wie er es sonst macht. Aber auch die Bigs der Spurs sind gefragt. Die Thunder werden ohne Serge Ibaka sicherlich sehr viel mehr “klein” spielen als sie es sonst schon tun, Splitter, Duncan & Co müssen das ausnutzen. Dazu könnte Foultrouble die Thunder in arge Bedrängnis bringen. Nick Collison und gerade Steven Adams sind zwei foulanfällige Spieler. Kevin Durant neigt auf der Power Forward Position ebenfalls dazu zahlreiche Fouls zu begehen, weil er die Position nicht halten kann. Fehlt diese Aggressivität auf Seiten der Spurs oder lassen sie sich vom körperlichen und manchmal sehr harten Spiel von Westbrook, Perkins, Collison und Adams etwas den Rang ablaufen, könnte die Serie enger werden als es sich die Spurs wünschen würden.

Wie kann Oklahoma City die Serie erfolgreich gestalten?

Artur Kowis: Wie die Thunder die Serie erfolgreich gestalten sollen, ist mit dem Ausfall eines Spielers, der offensiv wie defensiv so wichtig ist, eine gute Frage. Defensiv werden Nick Collison und Steven Adams zumindest im Post gegen Tim Duncan und Tiago Splitter wahrscheinlich keine schlechte Figur abgeben, doch offensiv ist Ibaka als wurfstarker Big neben Durant durch keine Option zu ersetzen. Brooks ist mehr denn je gefragt, Smallball-Lineups zu testen, die auf beiden Seiten funktionieren, auch weil Popovich mit Diaw und den vielen schnellen Playmakern und Schützen von der 1-3(-4) diese Matchups erzwingen kann. Brooks sollte nicht reagieren, also von Popovich gezwungen werden, sondern ab Spiel Eins für das erste Überraschungselement sorgen.

Jan Karon: Free Steven Adams. Es mag verrückt erscheinen, einen 20-jährigen Rookie als Schlüssel der Western Conference Finals-Serie zu sehen, aber Adams könnte tatsächlich zum Heilsbringer avancieren. Kendrick Perkins dürfte gegen die agilen Splitter und Diaw Probleme bekommen und ist zudem ein Net Ranking-Albtraum. Adams’ “chippiness” hingegen wird gebraucht werden, damit sich der Ibaka-lose Thunder-Frontcourt nicht herumschubsen lässt. Der Durant-Collison-Adams-Frontcourt hat sich in den letzten zwei Spielen gegen die Clippers bewährt und erzielt gute +/- Werte. Ich erwarte, dass Scott Brooks sogar des Öfteren Durant-Adams zusammen spielen lässt, was Match-Up-technisch Probleme bringen wird, will man, dass Kawhi Leonard Durants Leibwächter wird.

Fabian Thewes: Ich stimme Artur zu und würde Perry Jones starten lassen. Alle – auch die Spurs – werden erwarten, dass in der Starting-Five Serge Ibaka durch Veteran Nick Collison ersetzt wird. Das würde jedoch zum einen die Bank schwächen, zum anderen würde Thunder-Coach Scott Brooks das Risiko eingehen, dass Collison schnell in Foultrouble kommt und der Frontcourt somit noch weiter dezimiert wäre. Der 22-jährige Jones ist ein echter Allrounder, eines der größten Athleten im Team, trifft jedoch auch den Wurf aus der Distanz (36%, aus den Ecken >40%). Zwar ergibt sich mit Jones auf der 4 das Problem, dass Jones oder Durant den körperlich überlegenen Splitter verteidigen müssen; doch würde das zugleich Vorteile in der Offensive bringen, da entweder Splitter oder Duncan Perimeterspieler der Thunder verteidigen müssten. Außerdem bliebe durch diese Entscheidung die nette Collison/Adams-Kombination von der Bank erhalten, welche die Starting-Lineup entlasten würde. Falls Scott Brooks diese Möglichkeit in Sachen Verteidigung zu riskant erscheint, sollte Jones allerdings derjenige sein, der zumindest von der Bank als Teil der regulären Rotation eingesetzt wird.

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